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Würenloser Träff 27. Januar 2014

Unter dem Namen Anneliese Egger stand sie auf der Bühne und findet man sie im Vorspann der alten Filme. Anneliese Romanelli-Egger, geb. 1930, verstand es vortrefflich, die in grosser Zahl Anwesenden in ihren Bann zu ziehen beim Erzählen ihrer Erinnerungen aus ihrem Leben. Aufgewachsen in Bern, übte sie schon früh zusammen mit ihrem Bruder Zirkusvorstellungen zu Hause. In der Schule liebte sie die Dramaturgie im Aufsagen von Gedichten und Balladen. Bald durfte sie im Stadttheater Bern als Statistin auf die Bühne.
Fritz Kortner, berühmter Schauspieler und Regisseur, bestärkte sie im Entschluss, Schauspielerin zu werden. Die Eltern verlangten jedoch vorerst den Abschluss der Töchter-Handelsschule und nebenbei besuchte sie die Abendkurse der Schauspielschule am Konservatorium für Musik, die von Margarete Schell, Mutter von Maria und Maximilian Schell, geleitet wurde, sowie Vorlesungen an der Uni für Theaterwissenschaft.
Bei der Studentenbühne im Kellertheater in Bern spielte sie in vielen modernen Theaterstücken, die heute teils Klassiker geworden sind. Nun durfte sie auch ganztags in die Schauspielschule und beendete diese mit Diplom und Auszeichnung und in Zürich absolvierte sie dann noch die eidgenössische Prüfung für Schauspiel. In der Jury befand sich auch der damalige Schauspielhausdirektor Oskar Wälterlin. Er engagierte sie für drei Jahre am Schauspielhaus in Zürich, nachdem sie bei ihrem Vorsprechen mit der Liebesszene aus "Helden" von Bernard Shaw die Rolle des Liebhabers (da kein Mann zur Verfügung stand) und diejenige der Bauernmagd Louka gleich beide zusammen alleine spielte. Sie durfte bei Ellen Widmann wohnen. Es sei eine sehr bereichernde Zeit gewesen, waren doch die besten Schauspieler und Regisseure am Schauspielhaus tätig wie Käthe Gold, Gustav Knuth, Therese Giehse und viele mehr. Mit Fred Tanner spielte sie im "Das Tagebuch der Anne Frank", welches zwei Jahre lang auf dem Spielplan stand. Dürrenmatts Stücke wurden alle gespielt. Es folgten Engagements ans Stadttheater Basel und nach Heidelberg. Berlin musste leider abgesagt werden, da die Krankheit MS ihrer Mutter sich sehr verschlechtert hatte und sie zurück nach Bern nach Hause gerufen wurde. Nach ein paar grossen Rollen in Bern und Hörspielen am Radio war die Karriere nach der Heirat mit ihrem Mann Mario jäh zu Ende. Die mehrjährigen Aufenthalte auf Montage mit ihm in der ganzen Welt entschädigten sie ein wenig.
Wie kam Anneliese Romanelli zum Film? Franz Schnyder drehte in Burgdorf einen Gotthelf Film und zusammen mit Linda Geiser spielte sie die zweite Magd in "Ueli der Knecht". Sie durfte dann in fast jedem Schnyder-Film spielen. In einem weiteren Film unter Ladislao Vajda "Es geschah am helllichten Tag" spielte sie mit Heinz Rühmann zusammen.
1980 brach nach einem Jekami-Abend mit dem Kulturkreis die Theaterbegeisterung in Würenlos aus und unter der Regie von Anneliese Romanelli wurden in der Folge insgesamt sechs Theaterstücke aufgeführt, die rundum auf ein grosses unvergess-liches Echo stiessen. Es war eine Freude und ein sehr schöne Zeit, so schloss Anneliese Romanelli ihren Bericht und mit einem lange anhaltenden Applaus bezeugte ihr die Zuhörerschaft die gebührende Ehre und Dankbarkeit für ihre grossen Verdienste.
 
Nächster Träff 55 plus: 31. März 2014, 14.30 h, Alte Kirche, mit Achilles Karrer über seine Expeditionen in die Arktis.
 
 
Alexandra Zihlmann